BLUEMOON MEDIZINISCHE  AKTIONEN

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Susy Utzinger Stiftung Tierschutz

Tierschutz-Einsatz in Ägypten: Anstrengend, heiss und erfolgreich klick hier

Hundetreffen Düsseldorf 2006  klick hier    
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Hilfe für unsere Esel ist gekommen, und wir danken  klick hier
2 Schweizer Tierärztinnen in der Wüste klick hier

Einsatz aus vollem Herzen bei 50 Grad Wüstenhitze

Der Einsatz der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz im Juni 2007 war ein voller Erfolg. Im Bluemoon Animal Center in Hurghada bildete das Team der SUST Tierärzte und Tierschutz-Fachleute vor Ort aus und legte damit den Grundstein für wichtige Tierschutz-Aktionen in der Touristenregion am roten Meer. 

Donnerstag, 7.6.2007

9.00 Uhr: Besammlung am Flughafen Zürich-Kloten. Mit viel zu viel Gepäck (Fachliteratur, benötigte Utensilien und Geschenke wiegen schwer) stehen wir am Flughafen Zürich. Wir alle sind gut durchgeimpft (Starrkrampf, Hepatitis und auch Tollwut) und auf die grosse Hitze vorbereitet. Wir freuen uns auf den bevorstehenden Einsatz, sind voller Tatendrang und unterhalten uns über die zu erwartenden Fälle. 

17.55 Uhr: Ankunft in Hurghada, Aegypten – gleich nach der Visa-Kontrolle trennen sich unsere Wege von denen der sonnenhungrigen Touristen: Unser Gepäck wird auf einen Tierheim-Lastwagen geworfen und wir werden zum Tierheim raus gebracht. Wir könnens alle kaum erwarten, endlich die ersten einfachen Gebäude des im Aufbau begriffenen Tierschutzzenters zu sehen.  

Mitten in der ägyptischen Wüste werden wir von freudigem Gebell begrüsst: Saubere, ca. 100 m2 grosse Ausläufe mit schönen Schattenplätzen, kleinen Pools zur Abkühlung und gefüllten Wassernäpfen stehen im Tierheim des Bluemoon Animal Center für heimatlose Hunde bereit. Natürlich sind bereits sämtliche Ausläufe mit Hunden besetzt. 

Wunderbar, was hier im ägyptischen Ferienort Hurghada in den letzten Jahren an Tierschutzarbeit aufgebaut werden konnte. Wir sind bereits mittendrin im ägyptischen Alltag: Unter wüstensturm-ähnlichen Windböen (und bei einem wunderbaren Wüsten-Imbiss) finden Lagebesprechung, Planung der nächsten Tage und der zu behandelnden Fälle statt. Unser Fachteam wird hier schon sehnlichst erwartet – Tierbesitzer, Tierärzte und Pflegepersonal wollen gemeinsam mit uns viele Spezial-Fälle in Angriff nehmen.

Freitag, 8.6.2007

Das Hauptziel unseres diesjährigen Einsatzes wird die Aus und Weiterbildung der Fachleute vor Ort sein. Dazu ist die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz auf freiwillige Spitzenkräfte angewiesen, die ihre Zeit, ihr Fachwissen und unendlich viel Flexibilität zur Verfügung stellen. Unser Einsatzteam besteht aus vier Schweizer Fachkräften, die in dieser Woche fast rund um die Uhr alles geben werden.  

Der Unterrichts-Tag beginnt früh und wird schnell gleissend heiss: Bei 50 Grad Hitze (Klimaanlage gibt’s in den bescheidenen Räumlichkeiten keine) wird ein Hundebein amputiert, Operations-Vorbereitung und Narkoseüberwachung werden unterrichtet, Kastrationen durchgeführt und unzählige vierbeinige Patienten untersucht. Es hat sich schnell herumgesprochen, dass wir wieder im Tierschutz-Center sind und viele Tierhalter drängen sich mit ihren Vierbeinern im Wohnzimmer von Moni Gad el Karem, der Gründerin und Leiterin des Bluemoon Animal Centers in Hurghada, das kurzerhand zur Wartehalle umfunktioniert wurde. 

Ein Auszug aus unserem Tages-Rapport:

- Vorbereitungen, Einrichten des Operations-Raumes, Vorbereiten des Narkose-Gerätes und der dafür nötigen Materialien.

- Operation der Hündin „Van Gogh“: Teilamputation des rechten Vorderbeines. Nach einem Unfall wurden der Hündin die Zehen amputiert. Da sie dieses Bein danach immer wieder belastete, entstand eine nicht-heilen wollende Wunde – das Bein muss abgenommen werden.

- Annemarie wird von unserer TPA Angelika ausgebildet in OP-Vorbereitung, Bedienung des Narkosegerätes, Narkoseüberwachung und OP-Assistenz

- Der ägyptische Tierarzt Dr. Markos operiert mit unserem Dr. Trächsel und wird ausgebildet in Narkose, OP-Vorbereitung und Amputation.

- Der ägyptische Tierarzt Dr. Mohammed stösst zu uns. Er hat Verspätung, weil er jeweils morgens arbeiten muss.

- Kastration der Hündin „Caei Prinia“. Dr. Markos und Dr. Mohammed operieren mit.

- Hündin „Lucy“ wird vorgestellt. Die Hündin steht seit mehreren Tagen mit dem hinteren rechten Bein nicht mehr ab. Sie hat 39.7 Grad Fieber. Ihre Vorgeschichte: Hatte Staupe und Demodex sowie zusätzliche Probleme mit der darauf folgenden Verabreichung von Dectomax. Die Untersuchung lässt die Vermutung einer Femurfraktur zu. Um fest zu stellen, ob tatsächlich ein Bruch vorliegt, ist ein Röntgenbild nötig. Die Hündin wird sediert und Dr. Markos geht mit Helferin Susanne und der Hündin zu einem befreundeten Human-Mediziner – dort kann er das Tier röntgen lassen. 

- Zahnstein entfernen, Blut nehmen für Titer-Text und Mikro-Chip-Implantation bei den Katzen „Richie“ und „Samira“. Angelika instruiert Annemarie in der Zahnsteinentfernung.

- Der 14-jährige Labrador „Pepsi“ wird zur Untersuchung gebracht. Das Tier hat Schuppen, Juckreiz und zittrige Beine.

- Kastration kleiner weisser Rüde „Taisson“ und Blutentnahme für Titer-Bestimmung. Dr. Markus Trächsel und Dr. Werner Haas operieren zusammen mit Dr. Mohammed.

- Kastration der Tierheim Hündin „Lucy“ (zweite Hündin, die so heisst). Ausbildung und Demonstration durch Dr. Trächsel. Teilnehmer: Die Tierärzte Beke, Mägdi, Mohammed. Narkoseüberwachung: Mohammed.

- Die Röntgenbilder von Hündin „Lucy“ sind da – sie hat tatsächlich einen Bruch, der operiert werden muss. Das Material für diese Operation muss aus Kairo bestellt werden. Es wird wohl mehrere Tage gehen, bis diese Operation durchgeführt werden kann.

- Untersuch und Mikro-Chip-Implantation beim Schäferwelpen „Max“durch Dr. Markus Trächsel und Dr. Beke Hoppe. Der Welpe hat an beiden Hinterläufen „Löcher“ – Verdacht auf Brandwunden.

- Besuch im Tierheim in der Wüste draussen – Voruntersuch der am nächsten Tag zu kastrierenden Tiere

Samstag, 9.6.2007

Grossangelegte Erschiessungs- und Vergiftungsaktionen der freilaufenden Tiere, Vernachlässigung von stark beanspruchten Arbeitstieren und mangelnde Aufklärung machen gezielte und einfühlsame Tierschutzeinsätze in dieser Region schwierig, aber auch dringend nötig. Mangelnde Fachkenntnis und ungeeignete Ausrüstung erschweren Kastrationsaktionen in dieser Region.  

Die Warteliste der vierbeinigen Patienten wird trotz speditiver Arbeitsweise immer länger und die Hitze immer drückender: Täglich trainieren wir mit den Tierärzten Kastrationen, Narkosen und Untersuchungen. An aufgeschnittenen Tüchern wird das Vernähen von Wunden geübt. Heute stehen zusätzlich auch Zahnstein entfernen, Blut nehmen und das Implantieren von Mikrochips auf dem Stundenplan.

Ein Auszug aus unserem Tages-Rapport:

- Dr. Werner Haas und Susy Utzinger instruieren Dr. Mägdi von Grund auf in OP-Vorbereitung, Narkose, Kastration von Kätzinnen. Werner Haas führt mit Dr. Mägdi eine Katzenkastration durch.

- TPA (Tiermedizinische Praxisangestellte) Angelika instruiert die beiden freiwilligen Helferinnen Betty und Philomena von Grund auf in OP-Vorbereitung, Katzen-Handling, Narkose, OP-Assistenz. Ausserdem theoretische Weiterbildung in der tiermedizinischen Praxisassistenz. Abgabe von Fach-Unterlagen zu verschiedenen Themen.

- Die Schäferhündin „Goya“ wird kastriert. Dr. Markus Trächsel instruiert während der Operation Dr. Markosund Dr. Beke in Hündinnen-Kastration. Annemarie ist selbständig zuständig für die OP-Vorbereitung und Narkose-Überwachung.

- Dr. Werner Haas trainiert mit Dr. Mägdi (an einem aufgeschlitzten Tuch) verschiedene Näh-Techniken.

- Dr. Werner Haas und Dr. Mägdi kastrieren die Kätzin „Butzi“

- Dr. Markus Trächsel, Dr. Beke und Dr. Markos kastrieren einen kryptorchiden Kater

- Ein Tiger mit weiss wird vorgestellt, hat hinten links eine offene Wunde (am Gelenk). Es wurden Zellen entnommen – verdacht auf Tumor.

- TPA Angelika wurde plötzlich krank (über 40 Grad Fieber) und fiel aus. Musste in Notaufnahme ins Spital El Gouna gebracht werden. Warten in der Notaufnahme bis 24 Uhr. Sie wird die nächsten Tage im Hotel bleiben müssen.

Sonntag, 10.6.2007  Hotel Sheduan

Während zu Hause in der Schweiz sonntägliches Ausschlafen zelebriert wird, packen wir eine grossangelegte Katzenkastrationsaktion in einem Hotel in Hurghada an. Moni Gad el Karem hat es nach Jahren endlich geschafft, die Erlaubnis zu erhalten, sich um die Miezen in dieser Hotelanlage zu kümmern. Die Hotelgäste füttern die Tiere ohne Unterbruch und die Katzen vermehren sich ständig. Zeitweise leben hier bis zu 600 Katzen. Dann nehmen die Verschmutzung, Krankheiten, Parasiten und die Belästigung der Hotelgäste durch die Katzen überhand und das Hotel lässt wieder viele Katzen „verschwinden“. Dies lässt sich nur verhindern, in dem die Hotel-Katzen kastriert werden. Dann wird sich eine gesunde und starke Population entwickeln, an der die Hotel-Gäste und das –Management Freude haben können.

Ein ganzes Heer von Tierschützern setzt sich für diese Aktion ein und arbeitet mit: Katzen einfangen, transportieren, narkotisieren, kennzeichnen, untersuchen, impfen, gegen Parasiten behandeln und kastrieren. Unser Team kann sich bereits über erste Ergebnisse dieser Schulungswoche freuen: Die Tierärzte vor Ort nehmen alle an dieser Kastrationsaktion teil und kastrieren bereits selbständig Kater und Kätzinnen.  

Die Kastrationen finden im Tauchcenter des Hotels statt. Die Klimaanlage ist ausgefallen und sämtliche Tierschützer arbeiten bei ca. 50 Grad Hitze.

 

Montag, 11.6.2007

Heute ist der zweite Tag der Katzenkastrations-Aktion im Hotel. Natürlich können nicht sämtliche Hotel-Katzen in den zwei Tagen dieser Aktion eingefangen und kastriert werden. Der Grundstein für eine gepflegte Hotel-Katzenpopulation ist mit diesem Einsatz aber gelegt und die Aktion wird auch nach unserer Abreise weiter geführt werden. 

Zusätzlich geben wir schriftliche Empfehlungen an die Hotel-Direktion ab, wie Katzen in einer Hotelanlage optimal gehalten werden können und verfassen deutsche Texte für Flugblätter auf den Hotelzimmern, in denen darum gebeten wird, die Tiere nur an den dafür bestimmten Orten zu füttern. 

- Nachmittags: Schulung an Zentrifuge und am Mikroskop im Bluemoon Animal Center

-          Erkennung von Hautparasiten

-          Kotuntersuch auf Parasiten

-          Urinsediment 

- Kastration und Mikrochip implantieren Hündin „Losa“ (Kastration = Dr. Beke Hoppe / Assistenz = Dr. Markus Trächsel / Zuschauer = Drs. Mägdi, Markos, Amir)

Immer wieder treffen wir währen dieses Einsatzes auf unsere Materialspenden aus der Schweiz. Es ist Schweizer Tierfreunden zu verdanken, dass wir während dieser Einsätze mit Material arbeiten können, das hier kaum zu kaufen ist. Katzenfallen, Transportkörbe, Futter- und Wassernäpfe, Leinen, Halsbänder, Maulkörbe, Katzenboxen für Quarantaine- und Krankenstation, Hundeflugboxen für die frisch-operierten Tiere. Sogar das wichtige Narkosegerät stammt aus dem Materiallager der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz.

Dienstag, 12.6.2007

Ein weiteres Highlight dieser Woche steht an: Auf offizielle Einladung des Gouvernments fahren wir schon frühmorgens nach Safaga (60 Km südlich von Hurghada) um mit den dortigen Tierärzten zu trainieren. Neben der Demonstration von Hunde-Kastrationen steht auch wichtige Öffentlichkeitsarbeit an: Das nationale ägyptische Fernsehen filmt unsere Aktion und macht Interviews. Sogar der Bürgermeister von Safaga lässt es sich nicht nehmen unsere Aktion zu besuchen und Gespräche über die Tierschutz-Situation vor Ort zu führen. Nach all den Anfangsschwierigkeiten, scheinen sich nun immer mehr Türen für die Tierschutzarbeit in dieser Region zu öffnen – wir sind müde, verschwitzt und unglaublich stolz.

 

Mittwoch, 13.6.2007

Heute wird der Beinbruch der Hündin „Lucy“ operiert. Während der ganzen Woche wurde das Material dafür zusammengetragen und organisiert. Das meiste musste aus dem fast 500 Kilometer entfernten Kairo geliefert werden, anderes Material wurde extra hergestellt und improvisiert. Es ist eine Herausforderung für unsere Tierärzte, unter den ungewohnten Bedingungen mit dem fremden Material zu operieren. Sie tragen unter ihren sterilen Mänteln ihre Operationskleidung und leiden während der über 4-stündigen Operation (die auch körperlich anstrengend ist) unglaublich unter der Wüsten-Hitze. Ein wenig Linderung bringen da die nassen Tücher, die wir im Tierkühler runterkühlen und den Operateuren von Zeit zu Zeit auf die Köpfe legen. Sieht lustig aus und wirkt.

 Unser Einsatz geht zu Ende und wir bereiten so viel wie möglich für die Operationen vor, die zukünftig von den Fachleuten vor Ort selbstständig ausgeführt werden. Dazu wird heute Material eingekauft: Watte, Verbände, Spritzen, Kanülen, Infusionen, Klebeband, div. Medikamente häufen sich im Bluemoon Animal Center.  

Bevor in wenigen Stunden unser Rückflug in die Schweiz ansteht, geniessen wir gemeinsam mit den TeilnehmerInnen der Weiterbildung ein gemeinsames Nachtessen. E-Mail-Adressen werden ausgetauscht: Unsere Tierärzte stehen den ägyptischen Fachleuten in Zukunft bei Fragen per Internet zur Verfügung.  

Immer wieder werden wir innigst gebeten, bald wieder zu kommen und eine neue Aktion durchzuführen – ein Versprechen, das wir von Herzen gerne abgeben.

Bericht und Fotos von Susy Utzinger

Wir von Bluemoon und alle 4 Beiner danken der Susy Utzinger Stiftung für die alljährliche Unterstützung. Ohne die wir nie so viel  für unsere Tiere in Hurghada machen könnten. Tausend dank Moni

Susy Utzinger Stiftung Tierschutz

Tierschutz-Einsatz in Ägypten: Anstrengend, heiss und erfolgreich

In Ägypten liegt das Bluemoon Animal Center, das seit über 4 Jahren von der SUST in verschiedenen Bereichen  unterstützt wird. Im November 2008 reiste wieder ein Team von vier Tierprofis nach Hurghada ans Rote Meer. Wie in  Tierschutz-Einsätzen gab das Team der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz auch am Roten Meer alles, um dieses allen wertvolle Projekt Schritt für Schritt weiterzubringen.

   Warum ein Tierschutz-Projekt im Ausland?

Dass die SUST neben ihren Schweizer-Projekten auch an einzelnen Touristenorten im Ausland aktiv ist, hat seinen guten Grund: An Touristendestinationen wie zum Beispiel Hurghada, tragen die ausländischen Besucher (unter ihnen auch viele Schweizerinnen und Schweizer) massiv zum Tierelend bei. „Uns bietet sich hier in Hurghada das gleiche Bild, wie es an unzähligen anderen Touristenorten anzutreffen ist: Unmengen von ausgehungerten Katzen, kistenweise Junghunde, die zum
Verkauf angeboten werden und geschundene Reitpferde – schuld an diesen Zuständen tragen zu einem grossen Teil die Touristen!“ erklärt Tierschützerin Susy Utzinger, die diese Situation auch aus anderen Tierschutzeinsätzen kennt. „Strassen- und Hotelkatzen werden von Touristen regelrech gemästet und vermehren sich schier endlos. Ihre unerwünschten Jungtiere werden dann schnell lästig und schlussendlich auf grausame Weise entsorgt.
Auch mit billig-gezüchteten Hundewelpen und eingefangenen, ehemals wildlebenden Hunden lassen sich Geschäfte machen: Touristen kaufen diese Tiere wie warme Semmeln. Viele von ihnen sterben kurz danach an Krankheiten, ebenso viele werden an der Schweizer Grenze beschlagnahmt und ein grosser Teil von denen, die es bis in die Schweiz schaffen, landen über kurz oder lang in Tierheimen, weils dann <halt eben doch nicht geht>.“
Gegen dieses Elend können die Touristen angehen, indem sie sich an ihrem Ferienort richtig verhalten.  Zum andern muss das Problem natürlich an den Feriendestinationen direkt angepackt werden, indem die Fachleute vor Ort geschult und Tierschutzprojekte professionell aufgebaut werden. Hier wird die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz aktiv, führt Kastrations- und Hilfsaktionen durch und bildet Fachleute aus.

è   Schweizer Fachleute setzen sich für Tierschutz-Einsätze ein

Die Einsatz-Teams der SUST verfügen über ein grosses Herz für Tiere, enorm viel Fachwissen und Erfahrungen im Tierschutzbereich und grenzenlosen Einsatzwillen: Tierleid, Schmutz, Arbeit unter extremen Bedingungen und unter Umständen auch Verletzungen gehören zum Alltag solcher Einsätze.

Tierklinik-Inhaber Dr. Markus Trächsel zum Beispiel schaufelt sich einmal pro Jahr eine ganze Woche frei, um sich persönlich in Ägypten mit einem Einsatz-Team der SUST aktiv für den Tierschutz einzusetzen. Einsätze, die ihn Zeit, Geld und viel Organisationsaufwand kosten, die sich für ihn  aber auch lohnen: „Es gibt mir viel, zu sehen, dass wir mit diesen Einsätzen etwas bewegen. Mit anderen Tierfreunden gemeinsam die Verbesserung einer schlechten Tiersituation herbeizuführen und auch die Zusammenarbeit mit diesen Menschen erfüllen mich“ schwärmt der Tierarzt von seinen anstrengenden Einsätzen. „Die Erfahrung in einer anderen Kultur zu arbeiten und sie so hautnah kennen zu lernen, sich auch anders verhalten zu müssen und sich auf andere Arbeitsumstände einzulassen lernen – das alles ist eine grosse Bereicherung für mich.“ Neben der Freude, wichtige und elementare Tierschutzarbeit zu leisten, gibt es natürlich auch für erfahrene Tierschützer sehr traurige Momente in solchen Einsätzen: „Es sind die schrecklichen Tierschicksale, die mich immer wieder tief berühren. Es ist unfassbar, wie grausam Menschen mit Tieren umgehen können“ berichtet der Tierfreund aus seiner Erfahrung mit heimatlosen Tieren in der Schweiz und auch im Ausland. „In Ägypten machen mich die Auswirkungen des Tourismus betroffen: Wie blind und unsensibel viele Menschen am Ferienort Unheil anrichten und nicht sehen, welches Elend sie damit auslösen, stimmt mich immer wieder nachdenklich.“
Auch die zweite Tierärztin des Teams, Dr. Claire Inderbinen liess ihre Familie und ihre vierbeinigen Patienten für eine Woche alleine um in Ägypten eine Woche lang hart zu arbeiten. Die Gründe für ihren grossen Tierschutzeinsatz kann die Tierärztin gut in Worte fassen: „Es war und ist mir ein Bedürfnis, Tierärzte und Fachkräfte in Tierschutzprojekten vor Ort zu unterstützen. Auch ich war schon in einem Hotel in den Ferien, in dem eine akute Überpopulation von Katzen herrschte. Ich hätte damals sehr gerne etwas gegen die explosionsartige Vermehrung dieser Tiere unternommen und damit verhindert, dass diese Tiere und ihre Nachkommen später vergiftet werden. Damals hatte ich weder Operations-Instrumente noch Narkosemittel dabei und konnte nicht handeln. In diesem Projekt in Ägypten konnte ich nun aktiv dazu beitragen, dass unzählige unerwünschte Jungtiere gar nicht erst geboren, und später ‘entsorgt’ werden müssen.“

è   Katzen-Kastrations-Aktionen in Hotels

Mangelnde Fachkenntnis und ungeeignete Ausrüstung machen Kastrationsaktionen schwierig. Gemeinsam mit den Tierärzten vor Ort führen die Fachleute der SUST Kastrationsaktionen in Hotels durch. Dort vermehren sich die Katzen dank der Fütterung durch Touristen unaufhaltsam. Die überzähligen Jungtiere werden auf grausame Weise getötet. Bis die Idee, Tiere zu kastrieren am Roten Meer Fuss fassen wird, werden noch viele Diskussionen und viel Überzeugungsarbeit nötig sein. Erste Erfolge können die Tierschützer allerdings bereits verbuchen.

Dazu gehört auch die Erlaubnis, in grossen Hotels Katzen-Kastrationsaktionen durchführen zu dürfen. Bei solchen Einsätzen zeigt sich die Professionalität des Teams jeweils besonders deutlich: In kurzer Zeit konnten im November 2008 sehr viele Tiere tierschutz- und fachgerecht behandelt, untersucht und kastriert werden. Auch ein Strom- und Wasserausfall hielt die Tierprofis nicht von der Arbeit ab: Sie organisierten um und arbeiteten kurzerhand weiter: Operationslampen, Sterilisator und Schermaschine wurden ersetzt durch Kerzen, Stirnlampen, Schere und Nassrasierer.

Tierärztin Dr. Claire Inderbinen: „Der kulturelle Austausch und der unterschiedliche Umgang einer anderen Kultur mit Heimtieren waren faszinierend. Es war eine hochinteressante Herausforderung für mich, in diesem Einsatz mit ganz anderen und viel weniger Mitteln zu arbeiten als in der Schweiz. Zu realisieren, dass Vieles auch ganz gut mit einfachen Mitteln und viel Phantasie funktioniert, war eine tolle Erfahrung.“

è   Kastrationen von wildlebenden Hunden

Auch die unkontrollierte Vermehrung von wildlebenden Hunden gilt es, zu stoppen. Die selbständigen Tiere, die sich bereits seit Jahren an ein freies Leben in der Wüste gewöhnt sind, werden eingefangen, kastriert und später wieder an ihrem gewohnten Lebensort frei gelassen. So nehmen die frei lebenden Hunde keine Überhand und die in dieser Gegend üblichen grauenhaften Erschiessungs- und Vergiftungsaktionen können bald der Vergangenheit angehören.

Tierärztin Dr. Claire Inderbinen: „In solchen Einsätzen ist Nachhaltigkeit enorm wichtig: Es nützt nichts, sich planlos im Ausland mit viel Aufwand einzusetzen, wenn die ganze Arbeit keine Früchte trägt. Die Einsätze der SUST verfügen über ein fundiertes Konzept und eine langfristige Planung, die Tierschutzprojekte in die Selbstständigkeit führen. Das ist es für mich wert, meine Freizeit und mein Fachwissen für diese Projekte einzusetzen.”

è   Das Projekt

Das «Bluemoon Animal Center Hurghada» in Ägypten ist noch im Aufbau begriffen und wird wichtige Lücken im Tierschutz am Roten Meer schliessen. Grossangelegte Erschiessungs- und Vergiftungsaktionen der freilaufenden Tiere, Vernachlässigung von stark beanspruchten Arbeitstieren und mangelnde Aufklärung machen gezielte und einfühlsame Tierschutzeinsätze in dieser Region dringend nötig. Besonders wichtig sind dabei vertrauenswürdige, gut ausgebildete Projektleiter: Die Schweizerin Monique Carrera Gad el Karem ist mit einem Ägypter verheiratet, lebt seit rund 10 Jahren vor Ort und spricht fliessend ägyptisch. Sie hat vor Jahren die Not der Tiere in dieser Region erkannt und dieses Projekt von Grund auf aufgebaut. Die Tierschützerin führt das ständig wachsende Tiercenter mit grossem Elan und unbändigem Durchhaltewillen.

 

è   Das Wüsten-Tierheim

Im Jahr 2007 konnte das Bluemoon Animal Center in der Nähe von Hurghada, in der Wüste draussen Land pachten und errichtet darauf nun sein Tierheim. Erste Hundeausläufe, Katzengehege und andere Tierheim-Gebäude sind bereits errichtet.

Das war auch dringend nötig: Die Flut der heimatlosen und notleidenden Tiere scheint kein Ende zu nehmen und das Tierheim stösst immer wieder an seine Grenzen. Futter, veterinärmedizinische Versorgung, Tierheimpersonal und der ganze Tierheimbetrieb kosten viel Geld, Zeit, Fachwissen und Organisation. Hier können die Fachleute der SUST ihr Know-How direkt vor Ort anbringen: Tierärzte werden weitergebildet, Tierpfleger unterrichtet und das Konzept des Tierheimes wird laufend überarbeitet. Systeme und Arbeitsabläufe (zum Beispiel für die optimale Parasitenbekämpfung) müssen der Umgebung, den Tieren, aber auch den lokalen Möglichkeiten angepasst werden.

„Zu sehen, was in den letzten 15 Monaten seit unserem letzten Einsatz hier in der Wüste alles geschaffen wurde – das war für mich sehr, sehr beeindruckend! Auf der anderen Seite gilt es nun für die Fachkräfte der SUST, die Herausforderung anzunehmen, sich mit dieser neuen Grösse des Tierheimes auseinander zu setzen. Genügend Fachkräfte vor Ort zu finden, die die nötige Stabilität und das Fachwissen in dieses Projekt einbringen können, das wird nicht leicht sein. Wir müssen also in Zukunft auf neuen Ebenen ausbilden und auch die Abläufe im Tierheim laufend neu besprechen: Hunde-Fütterung, Parasiten-Management, Tierarzt-Konzept und verschiedene andere Abläufe sind wichtige Bestandteile eines erfolgreichen Tierschutz-Konzepts“ freut sich Tierarzt Dr. Markus Trächsel, der als leitender Tierarzt bereits mehrere Male ans Rote Meer reiste und dieses Tierschutzprojekt auch von der Schweiz aus aktiv betreut.

 

 

 

 

 

 

è   Operationen in der Wüste

Als erstes behandelte das SUST-Team in seinem November-Einsatz die Tierheim-Tiere des Bluemoon Animal Centers. Hunde und Katzen wurden untersucht und behandelt. Die Tierheim-Kater wurden direkt vor Ort in der Wüste kastriert. Die weiteren Operationen wurden dann in den Räumen des Bluemoon Animal Centers in der Stadt durchgeführt: Für diese Operationen waren Strom und fliessendes Wasser unumgänglich.

Tierärztin Dr. Claire Inderbinen: „In dieser Einsatz-Woche haben wir sehr viel geleistet. Ein solch erfolgreiches Resultat lässt sich nur durch viel Fachwissen, langfristige Vorbereitung, optimale Organisation und Zusammenarbeit auf höchstem Niveau erreichen. Verbindungen der Tierschützer vor Ort mit solide ausgebildeten Tierschützern können solche enormen Leistungen hervorbringen.“

 

 

 

 

 

 

è   Ausbildung von Fachleuten

Initiantin und Leiterin des Bluemoon Animal Centers, Monique Carrera Gad el Karem hat täglich alle Hände voll zu tun: Tierpflege, Organisation und Anleitung des Personals sind aufwändige und wichtige Aufgaben. Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Aus-und Weiterbildung von Tierärzten und Tierpflege-Personal. Die tiermedizinische Praxisassistentin Sandra Praxmarer demonstriert und übt mit den Tierpflegern, wie Hunde und Katzen während eines Untersuchs gehalten werden müssen, worauf bei der Fütterung zu achten ist und wie die optimale Operationsvorbereitung aussieht .

Auch die Tierärzte vor Ort sind an den Schweizer Ausführungen interessiert:  Wertvolle Informationen und Fachwissen rund um veterinärmedizinische Untersuchungen, Operationen und Behandlungen wurden in dieser Einsatzwoche weitergegeben. „Ich erachte es als wichtig, dass ich den Menschen vor Ort einen guten Umgang mit ihren Tieren zeigen kann; dies unter einem medizinisch-hygienischen Aspekt und mit besonderem Augenmerk auf das Zoonose-Potential“ erklärt Tierärztin Dr. Claire Inderbinen vom SUST-Team.

 

Wenn Sonne, Strand und Meer Herrn und Frau Schweizer in die Ferne locken wird auch das Tierelend an den Touristenorten wieder ein Thema: Streunende Hunde, kranke Katzen und unendliche viele leidende Tiere auf billigen Touristenmärkten.
In der Broschüre „Tierliebe am Ferienort“ erfahren Tierfreunde, wie sie sinnvoll auf solche traurigen Tierszenen am Ferienort reagieren können. Die Broschüre kannkostenlos bestellt werden bei: Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz, Weisslingerstrasse 1, 8483 Kollbrunn, Tel. 052 / 202 69 69, E-Mail: info@susyutzinger.ch, www.susyutzinger.ch

Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST)

Die Hauptaufgabe der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz besteht in der Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tierschutzprojekten im In- und Ausland.

Die SUST wird aktiv, wenn in Tierheimen oder Tierschutzprojekten Handlungsbedarf besteht. Sei dies mit Erste Hilfe-Massnahmen wie Futterlieferungen, Parasitenbekämpfung und veterinärmedizinischer Versorgung oder mit ersten Hilfs- und Kastrationsaktionen.

Weitere Informationen über die Aktivitäten der SUST:  www.susyutzinger.ch

 

Bilder von Susy Utzinger und Moni    Text von Susy Utzinger

Wir das Bluemoon Team möchten uns herzlichst bedanken für den unermüdlichen Einsatzt den wir von Susy und ihrem Team alle Jahre bekommen. Es ist für uns ein Ansporn in so einem schwierigen Land weiter Tierschutz zu machen ,wenn man konstante, kompetente, Hilfe über Jahre bekommt und sich darauf verlasssen kann.

Taussend dank Moni und Salah

Eine unserer Aktionen, die verwilderten Katzen und Hunde zu kastrieren. 

Im Frühling spritzen wir die Kamele der Beduinen gegen Parasiten und Würmer.


Für die Esel sammeln wir alte Satteldecken für die Geschundenen Rücken, und alte Kleider ,Schlafsäcke und Decken für die Leute
Spontane Hilfe aus der Schweiz
Das Team von Ärzten und Helfer der Susy Utzinger Stiftung waren im November 08 das letzte Mal hier bei uns im Bluemoon . Da uns unsere Tierärztin im September 08 überraschend verlassen hat , sind wir nun ein halbes Jahr ohne Tierarzt.
Die Wildhunde haben stark zugenommen und unser Dr. Magdy  brauchte unbedingt eine Erfrischung was die Kastration der Hunde anbelangt . Hilfe war dringend nötig, da sonst die Tiere wieder vergiftet werden.
Unser Hilferuf wurde erhört und es meldete sich Dr. Andreas Peter und Adriana Dorby, um uns zu helfen.
Sie kamen am Abend an und wollten gleich loslegen, doch nach der Planung gingen wir alle, voller Tatendrang für morgen, müde zu Bett.

Am 1. Tag schnappte ich mir gleich die 4 halbwüchsigen Hunde vor der Haustüre. Nach den ersten 2 Hunden waren wir ein eingespieltes Team und die Arbeit kam gut voran.

Für mich war es eine ungemeine Erleichterung endlich mit den Kastrationen fortfahren zu können. Denn das ist der einzig richtige Weg für Tierschutz vor Ort, das Kastrieren und Kontrollieren der Population von den Wildhunden.

 

Es wurde Hand in Hand gearbeitet,alles lief glatt und es machte richtig Spass . Wir, Steffi und ich, brachten die Hunde und Katzen , Andreas, Adriana und Magdy kastrierten , untersuchten und impften ect.ect. Es gab viel zu tun.
Somit konnten wir unsere Heimtiere alle kastrieren, die fälligen Blutabnahmen bei den Katzen wurden gemacht und so manches Wehwechen angeschaut und geheilt.

Nach einem erholsamen Schlaf nach der Narkose waren alle Tiere wieder wohlauf und die Strassentiere durften wieder in die Freiheit zurück. Kastriert, gegen Tollwut geimpft mit einem Tattoo und die Hunde mit einem Ohrenclip versehen.
Wir konnten in dieser kurzen Zeit sehr viele Tiere kastrieren und sind sehr dankbar, dass wir Hilfe bekommen haben. Auch wenn die Aktion für alle eine Herausforderung war und mancher Schweisstropfen gefallen ist, ich kann nur helfen, wenn man  mir hilft.
Unser Ziel ist es so viel wie möglich zu kastrieren und den Bestand zu kontrollieren. In unserem Tierheim nehmen wir nur Tiere auf, die keine Überlebenschance haben. Also Tiere die noch eine Mutter brauchen, die verstorben ist, oder verletzte Tiere. Und Tiere, die nach Abreise der Besitzer  wieder auf die Strasse geschmissen worden sind.
Es wird oft missvertstanden, dass man mir einfach alles bringt und wer am meisten einsammelt ist der Grösste. Das Problem ist nicht damit getan mich mit Tieren zuzubunkern, sondern bewusst zu helfen. wir können nicht hunderte von Tieren halten, dafür haben wir keinen Platz und auch keine Zeit jedem Tier gerecht zu werden
Und ein Tier ist erst gerettet, wenn es ein Zuhause gefunden hat, nicht wenn es bei uns abgegeben wurde.
Also, wir brauchen Hilfe und sind dankbar für jede Hilfe. Doch das Problem muss vor Ort gelösst werden. Und deswegen sind wir so froh, wenn Tierarzte kommen und uns helfen.
Vielen Dank Andreas und Adriana für eure Hilfe.
Moni
Hilfe für unsere Esel ist gekommen, und wir danken
Nach vielen Aufrufen, langem Warten und sehr vielen Ratschlägen , haben wir, dank der  Unterstützung  von ettlichen Tierschützern, Hilfe bekommen.

Aus Deutschland kamen Dr. Melanie Schmitt und der Hufschmied Joachim Müller.
Aus Cairo von der Donkey Sanctuary Dr. Mourad  mit Assistent Hassan und William mit ihrer ambulanten Klinik.
In toller Zusammenarbeit haben die beiden Teams unsere Huftiere wieder auf vordermann gebracht.

Kahlo, die Eseldame, musste leider eingeschläfert werden. Wir hatten sie zu uns genommen als sie einfach auf der Strasse ausgesetzt wurde. Sie konnte mit ihrem kaputten Huf nicht mehr arbeiten. Sie hatte einen üblen Hufkrebs, der nicht mehr zu heilen war. Wir haben Kahlo seit sie bei uns war unter Schmerzmittel gehalten, und auf Hilfe gewartet. Am Anfang war sie sehr niedergeschlagen und ohne grosse Lebenskraft.
Aber langsam merkte sie, dass wir sie nicht schlagen und sie auch keine Lasten mehr zu tragen braucht. Sie konnte nach herzenslust Essen und Trinken. Und so bekam sie innerhalb kurzer Zeit wieder Vertrauen zu uns Menschen. Unsere Arbeiter gingen auch sehr behutsam mit ihr um.
Doch leider war dann die Diagnose der Spezialisten endgültig , keine Heilungschance, sie  muss erlöst werden.
Steffi und mir, die ihr jeden 2. tag den Verband wechselten, steckte ein dicker Klos im Hals, als wir sie abzotteln sahen .   Weg von den Anderen wurde sie dann von uns, mit einem letzten Abschied, ohne Hektik und Stress, über die Regenbogenbrücke begleitet.

Toulouse und Lautrec sind Esel, die von Müllsammlern genutzt wurden. Sie zogen schwere Lasten , bis ihre Beine nicht mehr konnten und man sie, wie den Müll den man auf der Wüstenstrasse entsorgt hat, liegen lies. Wo wir sie dann aufgelesen haben.

Toulouse musste leider auch eingeschläfert werden, er hatte einen richtigen Elefantenfuss, schrecklich das Tiere bis zu diesem Stadium zum Arbeiten gebraucht werden. Auch ihn stellten wir unter  Schmerzmittel, bis Hilfe kam, sei es auch nur um ihn zu erlösen. Toulouse war total ausgetrocknet und als erstes hatte er seinen Durst gelöscht der gewaltig war, da er auch Fieber hatte.

Sein letzter Gang , weg von seinem Gefährten, glich einem Leichenzug. Alle waren wir bestürzt was Menschen anrichten, oft weil sie kein Geld haben oder es nicht besser gelernt haben. Oder auch aus Habgier ein wenig Geld für sein Eselchen auszugeben, das hart arbeitet.
Das Herz wurde uns sehr schwer, als wir auch Toulouse mit Führsorge sanft über die Regenbogenbrücke begleiteten. Wir waren froh, das Dr. Mourad das für unsere beiden Eselchen so schnell und ruhig gemacht hat.

Lautrec hatte Hufe wie Schnabelschuhe und ein alter verheilter Beinbruch mit einer bestehenden Sehnenverletzung, ihm können wir helfen.
Zuerst bekam er von Joachim eine Fusspflege verpasst...
...dann wurde er von den Ärzten, Melanie und Magdy, kastriert, damit wir ihn ohne Probleme, in einer Eselgruppe halten können .
Nachdem wir sein Bein mit einem Stützverband eingebunden haben, und er medikamentös behandelt wird, kann er hoffentlich bald wieder ohne grosse Probleme gehen .

Es erstaunt uns immer wieder was diese geschundenen Geschöpfe alles erdulden und trotzdem, wieder Vertrauen zu den Menschen finden.

Eines ist sicher, er muss nie mehr arbeiten, hungern , Durst haben oder wird Toulouse je wieder geschlagen werden.

 

 

Bernini bekam auch eine Fusspflege und die Idee, dass unsere Leute lernen wie so ein Huf gepflegt wird, wurde mit grossem Interesse aufgenommen.
Das Ziel ist es, Leute auszubilden, die dann ihr Gelerntes hinaus tragen in ihre Dörfer. Es ist wichtig, dass wir Hilfe bekommen und noch viel wichtiger ist es, dass wir alle dazugelernt haben. Dass wir kleinere Pflegearbeiten für Esel und deren Hufe selbst erledigen können, und das Wissen weitergeben.
Nicht schlecht staunten wir als wir bemerkten, dass Bernini schon kastriert war. Denn auch ihn haben wir aus einer misslichen Lage rausgeholt, er hatte einen schwachen Rücken und viele kleinere Verletzungen. Das haben wir in der Zeit die er hier war, in den Griff bekommen.
Picasso kam am 2.Tag zu uns, an dem die Ärzte da waren. Wir holten ihn in einem Reitstall von einem Hotel ab. Die Pferde , Esel und Kamele werden dort den Touristen zum Ausreiten angeboten.
Ich verstehe bis heute nicht, dass Leute auf Tiere aufsteigen, die kaputt sind. Es würde viel weniger Elend geben, wenn Touristen sich zuerst die Tiere anschauen würden und auch den Umgang mit ihnen beobachten würden.
Als wir Picasso abholten , war er an einer Kordel an einem Fass angebunden. Einer der Arbeiter sprang von hinten auf den Esel und galoppierte mit ihm davon, um ihn zum Aufladen auf den Lastwagen zu bringen.
Da hatte ich das Gefühl, dass es richtig ist, ihn da raus zu nehmen. Er hat 5 Jahre dort gearbeitet und nun kam ein jüngerer Esel und Maulesel dazu. Und da keiner von dehnen kastriert war, (das kostet ja Geld) ging das schief, also sollte der ausgediehnte Esel weg.
Picasso hat einpaar Bisswunden, unter Anderem eine ganz grosse an seinem Penis. Auch an den Augen hat er grosse Wunden, die angeblich jeden Sommer wiederkommen, sagte man mir.
Ich fragte nicht nach dem Namen des Esels. Ich wollte so schnell wie möglich gehen und ihn zu Bluemoon bringen.
Joachim, der seine Hufe machte, meinte - neues Leben - neuer Name - nennen wir ihn doch Picasso, wegen dem blauen Medi.spray, dass er auf seinen Wunden aufgesprüht hatte.
Mich erstaunte dann, als Dr.Mourad uns erklärte, die Wunden unter den Augen sei ein bekanntes Problem von einer Fliege die Eier ablegen. Seie aber zu heilen, wenn man es richtig behandelt. Und mir war unerklärlich, warum ein Tier, das in einem Stall unter europäischer Leitung arbeitet, nicht behandelt wurde, wenn es krank ist.
Er bekam eine Nasenspülung, Wundreinigung und eine Salbe. Das Ganze wurde mit einem Fliegennetz abgedeckt, somit kommen keine Fliegen mehr ran , eigentlich keine Hexerei.
Nun wurde er noch kastriert und in ein Quarantäne Gehege gebracht. Da bleibt er nun bis er geheilt ist. Er ist nun angekommen - er muss nicht mehr - sondern darf nur noch!

 

Auch sein Rücken ist stark beschädigt , man springt eben nicht auf einen Eselrücken. Ich werde nie verstehen warum Leute in Hurghada Reitställe haben. Wir haben kein unbehandeltes Wasser, das Futter kommt aus dem Niltal oder Delta, wir haben weder Spezialisten für Pferde und noch Hufschmiede in Hurghada. Diese müssen aus Cairo herkommen, und das ist weit weg, wenn hier mal ein Notfall ist.

Die Pferde in diesem Stall haben Sehnenprobleme wiel der Hufschmied seine Arbeit nicht richtig gemacht hat. Zu kurze Eisen - zu lange Hufe. Und ich weiss man bemüht sich dort aber ist es genug? Ist Geld wirklich alles?

 

 

Warum um Gottes Willen reiten die Leute auf solchen Tieren? Ich hoffe mit diesem Bericht die Touristen dazu zu bewegen, nicht ohne nachzudenken auf oder einzusteigen, wenn es um Tiere geht.
Cassanova, der Kamelhengst, soll kastriert werden, da seine Partnerin nun schon stolze 18 Jahre hat. Dann können sie, nach einem harten Leben im Hotel, unbeschwert zusammen sein und gemeinsam alt werden.
Doch Cassanova musste sich seit er bei uns ist, nicht mehr auf Kommando hinsetzen. Da sah ich ein Problem. Doch unsere Leute haben das super hinbekommen. Als wir ins Gehege kamen war Cassanova sitzend und gefesselt bereit seine Juwelen abzugeben.
Es brauchte den Einsatz von allen unseren Männer, um Cassanova in Seitenlage zu bringen und stabil zu halten, während unsere Ärzte ihn unter lokaler Anästesie kastrierten. Es war für viele von uns eine Premiere und mir trieb es den Schweiss den Rücken herab. Aber alles ist schnell und sauber abgelaufen. Er bekam sogar von Joachim eine Fusspflege verpasst.
Gleich als er wieder aufgestanden war, ging er zu Sahra die in einem Nebengehege wartete. Wir meinten, sie habe ihn mit Freude begrüsst. Doch auf uns ist er wohl noch ein wenig sauer..

Auch die Ziegen bekamen eine Fusspflege verpasst. Joachim hat uns gezeigt wie wir die Zehen richtig kürzen. Unsere Männer, die zuhause auch Ziegen haben, waren mit vollem Interesse dabei und können nun das Erlernte an ihre Familien übermitteln.

Hilfe ist gekommen und wir haben Hilfe gebraucht. Wir haben alle viel gelernt und sind sehr dankbar dafür. Wir werden weitermachen und das Erlernte weitergeben. Danke an alle, die dies ermöglicht haben. 

            

Moni, Salah, Dr. Mägdi und das Bluemoon Team

2 Schweizer Tierärztinnen in der Wüste

Unser Hilferuf wurde erhört und die Tierärztinnen  Catharina und  May boten ihre Hilfe an. Für die beiden Damen eine bemerkenswerte Entscheidung, so ein Schritt  ins Ausland. Wo sie nicht so genau wussten, was sie erwartete.  
Mit unserem Tierarzt Mägdy bildeten wir ein gutes Team, es gab viel auszutauschen, wir alle haben uns mit viel Elan an die Arbeit gemacht. Denn Arbeit gibt’s immer genug bei uns, wenn auch in einem anderen Rhythmus.

Es wurden Hunde und Katzen kastriert. Vom Tierheim und von der Strasse. All die Leute, die einen herum streuenden Hund oder Katze bei sich ums Haus haben, konnten die Tiere bringen, und das Team kastrierte sie, sie wurden auch gegen Tollwut und gegen Parasiten geimpft. Alle Tiere werden von uns mit einer Tätowierung versehen und die Hunde mit einem Bage am Ohr gekennzeichnet. Sie werden in unsere Kartei aufgenommen. Dann wieder an den Ort hingebracht wo sie herkamen. Denn  nun werden die Tiere ihr Revier gegen andere Artgenossen verteidigen, aber sich nicht mehr vermehren. So kann man die Population kontrollieren, wenn sie nicht wieder von Unwissenden vergiftet werden, und somit einem neuen unkastrierten Rudel Platz machen.

Wir untersuchten kranke Tiere, nahmen Blut ab, um den Tittertest zu machen, damit die Tiere, die nach Europa reisen, auch die gültigen Papiere haben.

Wir hatten einige besorgte Tierbesitzer, die zu uns kamen, um Rat zu holen. Also wurden Analysen und Expertisen gemacht, die Fakten untersucht. Und das Problem wurde in allen Varianten ausdiskutiert. Was für mich und Dr. Mägdy sehr lehrreich war.

 

Und May hat ihr Herz an eine Ägypterin verloren, an unsere Katze Frida, die ihre Zukunft nun bei May in der Schweiz verbringt. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Es sind sicher viele Eindrücke, die Catherina und May mit in die Schweiz mitnehmen. Es waren auch anspruchsvolle Tage, aber jeder hat sein bestes gegeben und  so zum Erfolg der Aktion mit gewirckt.
In diesem Sinne möchte ich mich herzlich für den Einsatz der Damen bedanken, und wir hoffen dass sie uns bald wieder mal besuchen.